Sonntag, 1. Juli 2012

Rezension: Julia für immer von Stacey Jay


Gebundene Ausgabe: 344 Seiten
Verlag: INK
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Juliet Immortal
Reihe: 1/2
ISBN-10: 3863960211
ISBN-13: 978-3863960216
Preis: 17,99

Kurzbeschreibung: 
Was ist wirklich geschehen, damals in Verona, im Schicksalsjahr 1304? Romeo und Julia sind nicht im Namen der Liebe gestorben. Nein, Romeo hat Julia ermordet, um selbst Unsterblichkeit zu erlangen. Als Söldner der Apokalypse verhindert er seit 700 Jahren, dass Liebende zueinander finden. Doch auch Julia ist in Wahrheit unsterblich geworden und kämpft auf der Seite der Botschafter des Lichts für die wahre Liebe. Als erbitterte Feinde kämpfen sie in verschiedenen Körpern für ihre jeweilige Mission. Jahrhunderte später erwacht Julia im Körper des Mädchens Ariel. Auf der Suche nach deren Seelenverwandten trifft sie zu ihrem großen Entsetzen zum ersten Mal auf Romeo selbst. Dies könnte ihr letzter Kampf werden. Es sei denn, die Liebe holt die beiden wieder ein, wenn auch anders als jemals vorstellbar ...

Stacey Jay hat in den unterschiedlichsten Jobs gearbeitet, unter anderem als Schauspielerin,
 Tänzerin, Barkeeperin, Yoga-Lehrerin und Nachhilfelehrerin für Mathematik, bevor sie sich 2005 ganz dem Schreiben widmete. Die Autorin ist verheiratet und hat zwei Kinder. Mehr Informationen unter: www.staceyjay.com


Wir kennen Romeo und Julia als eine der größten Liebesgeschichten dieser Welt. Eine unsterbliche Liebe, junge Menschen die für einander sterben... Shakespeare Drama wird hier ganz neu und anders erzählt.

Stacey Jay schafft gleich zu Anfang Spannung und stößt den Leser direkt ins kalte Wasser. Wir lernen Julia kennen, die im Körper von Ariel aufwacht, nachdem diese einen Unfall hatte.

Hierbei war mir Ariel eine sympathische Figur, soweit man das aus den Erinnerungen, die Julia von ihren "geliehenen" Körpern bekommt, beurteilen kann. Mit Ariel empfand ich Mitleid, denn sie wurde gerade von einem gut aussehenden Typen betrogen, der niemand geringeres als Romeos Leihkörper ist. Auch Ariel´s Leben ist nicht gerade das eines glücklichen Teenagers, denn ihre beste Freundin drängt sich ständig in den Mittelpunkt und denkt eigentlich nur an sich, die Beziehung zu ihrer Mutter ist schlecht und sie hat eine Narbe auf dem Gesicht, die ihr Selbstbewusstsein knickt. Diese Eigenschaften machten die Figur der Ariel realer und man kann sich besser in sie und ihre Lebenssituation hineinversetzen.

Während die Figur Ariel mir sehr sympathisch war, konnte ich den Charakter der Julia nicht besonders leiden. Obwohl es nämlich Julia´s Aufgabe ist, Seelenverwandte zusammen zu bringen, bevor Romeo diese dazu verführt einander zu verraten - so wie er einst - verliebt sie sich in einen Schützling. Ben, der ihr seltsam vertraut vorkommt, ist umgeben von der Aura eines Seelenverwandten und somit Julia´s Aufgabe. Wäre da nicht diese Anziehungskraft zwischen beiden, die im Laufe des Buches immer stärker wird.

Jedoch wird dieser Teil, also die entstehende Liebe zwischen der wahren Julia und Ben, in die Länge gezogen und wirkt langweilig. Und obwohl der Charakter der Julia hin- und hergerissen ist, zwischen dem was richtig ist und dem was falsch, kam sie mir sehr egoistisch und Ich-Bezogen vor, da ihr irgendwann ihre eigentliche Aufgabe, die Konsequenzen und ihre Schützlinge egal zu sein scheinen. Dies machte sie mir immer mehr unsympathischer, bis ich sie am liebsten umgebracht hätte :)

Doch diese Unannehmlichkeit macht der Charakter des Romeo wieder wett. Durch seine fiese, aber dennoch charmante Art, hat er mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht und mir das Lesen versüßt. Miss Jay hat bei Romeo eine einzigartige Figur geschaffen, denn der romantische und für seine Geliebte Julia sterbende Romeo von Shakespeare, ist zwar verschwunden, aber doch ist da noch ein kleines Fünkchen, das ihn für den Leser liebenswert macht.

Auch diese kleinen Momente der Reue und Verletzlichkeit zeigen dem Leser, das Romeo immer noch Gefühle hat, obwohl er für die dunkle Seite und somit gegen die Liebe arbeitet.
Besonders die wechselnden Sichtweisen zwischen der Ich-Erzählerin Julia und Romeo, halten die Spannung aufrecht und gewähren dem Leser verschiedene Einblicke in die Gedanken und Gefühle der Figuren.

Hier noch ein Zitat aus dem Buch (S.7), weil es wunderbar zu diesem Buch passt:


Sie kämpfte für das Licht, er für die dunkle Macht;
ringen um den Funken, der  die Liebe entfacht.
Sie sind da, wo immer sich zwei wahrhaftig lieben,
die mutige Julia und Romeo, böse und durchtrieben.



Wer in Julia für immer eine Liebesgeschichte erwartet, die sich um Romeo und Julia dreht, wird bitter enttäuscht sein. Die Liebesgeschichte der beiden, wird nämlich nur am Rande erwähnt und hat nichts mit Shakespeares Drama zu tun. 

Die Grundidee dieser Geschichte ist meiner Meinung nach perfekt, jedoch hat Miss Jay es nicht wirklich geschafft, diese überzeugend umzusetzen. Jedoch lässt sich sagen, das der flüssige Schreibstil der Autorin, einen schnell voran bringt und angenehm zu lesen ist. 

Deshalb vergebe ich: 2,5 von 5 Schneeflocken




Der nächste Teil erscheint Oktober 2012 unter dem Titel Romeo für immer 










Quelle: AmazonEGMONT-INK

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