Sonntag, 26. August 2012

Rezension: Schloss der Engel von Jessica & Diana Itterheim


Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Aufbau Taschenbuch
Sprache: Deutsch

Reihe: 1/3
ISBN-10: 3746628555
ISBN-13: 978-3746628554
Preis: 12,99€

Kurzbeschreibung:

Lynn wird von ihren Eltern auf ein Internat geschickt und verirrt sich in eine Schule für angehende Schutzengel. Hier begegnet sie Christopher, einem Racheengel. Nach anfänglichen Reibereien verliebt sich die sechzehnjährige Internatsschülerin in den zunächst anmaßenden und allzu selbstgefälligen Mister Perfect, der ihr die kalte Schulter zeigt. Doch Lynns Erscheinen in Christophers Welt weckt nicht nur sein, sondern auch das Interesse der anderen, der gefährlichen Seite des Universums der Engel. Zwei mächtige Wesen, die Totenwächterin und ein dunkler Wächterengel, verstricken sie bei ihrem diabolischen Kampf um Einfluss und Macht in ihr unheilbringendes Spiel. Und Christophers Entscheidung, Lynn vor beiden zu schützen, verlangt mehr von ihm, als er bereit ist zu geben. 


Jessica Itterheim, Jahrgang 1995, und ihre Mutter Diana haben sich gemeinsam diesem Romanprojekt verschrieben. Sie leben nach Jahren in Portugal nun in Waren an der Müritz. Jessica besucht ein Internat in Torgelow.


Auf dieses Buch bin ich vor einigen Wochen bei Amazon gestoßen und obwohl mir der Plot ein wenig bekannt vorkam, von Evernight z.B. war ich neugierig. Leider muss ich sagen, dass ich enttäuscht bin.
Die Story ist einfach: Mädchen wird auf ein Internat geschickt, stirbt dort und landet auf dem Schloss der Engel, ohne zu wissen wie und warum. Dort lernt sie attraktiven Jungen kennen, der „geheimnisvoll“ und „distanziert“ wirkt , fühlt  sich vom ersten Augenblick an zu ihm hingezogen und verliebt sich Hals über Kopf in besagten Jungen, ohne viel von ihm zu wissen. 

Lynn ist mir in dieser Hinsicht einfach nur auf die Nerven gegangen.  Ach er ist ja so toll und er sieht ja so gut aus, aber wieso will er nichts von mir wissen? Ein wenig Selbstachtung und Stolz würden hier der Protagonistin nicht schaden. Lynn benimmt sich eher wie ein 14-jähriges, gerade in die Pubertät gekommenes Tennie-Mädchen. Sie ist extrem launisch, naiv und auch eifersüchtig. Bei dem kleinsten Zweifel reagiert sie über und benimmt sich total kindisch.

Auch, dass sie sich so schnell in Christopher verliebt kommt mir unwirklich vor, so als hätten die Autorinnen den Anfang der Story einfach übersprungen und wären gleich im Hauptteil gelandet. So geht es über das ganze Buch hinweg, was viele Fragen offen lässt. Wie ist sie gestorben? (Wobei man sich das am Anfang auch denken kann) Wieso ist ausgerechnet sie dort gelandet? Was wird mit ihr passieren? Wieso ist sie anders? Wieso wird sie nicht gleich zum Engel? All diese Fragen, die für den Leser wichtig erscheinen, beachtet Lynn überhaupt nicht. Sie interessiert sich gar nicht dafür, dass sie gestorben ist und alle zurückgelassen hat. Ihre Eltern, ihr bester Freund, ihr bisheriges Leben…wen interessiert das schon? Sie hat ja den ach so tollen Christopher.

Dieser passt  überhaupt nicht zu der Kurzbeschreibung des Buches. Denn er ist weder arrogant noch selbstgefällig. Er ist…nett. Und hilfsbereit. Und für jemanden, der der Liebe nicht fähig ist oder sein sollte, wird er sich ziemlich schnell bewusst, dass er Lynn auch- oh Wunder, oh Wunder - liebt. Eine Sache die mir schleierhaft ist. In der einen Sekunde will er sie verängstigen, weil er nicht gut für sie ist, in der anderen fleht er sie (ja er fleht!) an bei ihm zu bleiben. Wo ist da bitte der Konflikt? Wo ist seine dunkle Seite, die sie in Gefahr bringen könnte? Diese scheint er vollkommen zu vergessen. So waren sie also schon nach den ersten 100 Seiten zusammen und in einander verliebt. Was nun wirklich keinen Sinn macht. Sie haben gerade mal ein paar Sätze miteinander gewechselt und dann sind sie auf einmal unsterblich ineinander verliebt?? Als Leser konnte ich keine Chemie, keine Anziehung und auch sonst nichts spüren.

Dabei lassen die beiden Autorinnen eine Menge Details weg. Man erfährt nur sehr wenig über das Schloss der Engel und auch über die Hintergrundgeschichte, ihre Vergangenheit. Meiner  Meinung nach hätten die Autorinnen ihre Engelswelt mehr ausschmücken sollen, anstatt sich nur auf die Beziehung von Lynn und Christopher zu konzentrieren.

Da waren mir die Nebencharaktere wirklich sympathischer, als beide Hauptcharaktere zusammen. Aron, ihr Mentor, ist ein witziger Charakter, der mir ab und zu ein Schmunzeln entlockt hat, während ich bei Lynn und Christopher am Verzweifeln war. Auch Susan, ist ein netter Charakter, genauso wie Paul. Diese tauchen zwar nur nebenbei auf, aber bringen mehr Schwung in die Geschichte, als die Protagonistin und ihr Racheengel zusammen.

Mir scheint es, als wollten die Autorinnen nur einige bestimmte Szenen in diesem Buch unbedingt dabei haben, aber der Rest scheint ihnen wohl nicht wirklich gelungen zu sein, sodass sie ihn einfach mal hingeschrieben haben. Viele Dinge kamen mir unüberlegt und dahin gequetscht vor, sodass ich das Buch manchmal aus der Hand legen musste, weil es mir wirklich dumm vorkam. Das meiste von dem machte überhaupt keinen Sinn und ihre ständigen Stimmungsschwankungen erleichterten einem nicht unbedingt das lesen.  Dass Lynn sich für niemanden außer Christopher interessiert, lässt sie überheblich und ignorant herüberkommen und macht sie mir persönlich zu einem unsympathischen Charakter.
Wie auch die Sache mit ihrem besten Freund. In den war sie Jahre lang verliebt und plötzlich findet sie ihn aufdringlich und möchte nur mit ihm befreundet sein? Dafür habe ich nur ein einziges Wort: Unrealistisch!

Positives zu diesem Buch fällt mir nicht wirklich ein, weil ich mich regelrecht zwingen musste dieses Buch zu beenden.  Das einzig Gute an diesem Buch ist wahrscheinlich das Cover. Dieses ist wirklich ein Eyecatcher.

Dieses Buch hat mich zutiefst enttäuscht. Klang der Klapptext spannend und ereignisreich, so war der Roman das Gegenteil davon. Langweilige Charaktere und eine Handlung die so undurchdacht ist, dass das meiste überhaupt keinen Sinn macht und dadurch lächerlich wirkt, machen dieses Buch zu einem wirklich schwachen Werk. Desweiteren hat mir hier der Tiefgang gefehlt, der Konflikt, ja sogar das Drama. Die Autorinnen scheinen sich nur auf Christopher fokussiert  zu haben, sodass der Rest einfach langweilig und unüberlegt wirkt. Man verliert leicht den Überblick, da sehr oft von einem Thema zum nächsten gesprungen wird. Dieses Buch könnte jedoch denjenigen unter euch gefallen, die auf übertriebenen Kitsch & Romantik stehen.

Deshalb vergebe ich: 1 von 5 Schneeflocken



Vielen Dank an den Aufbau Verlag für dieses Rezensionsexemplar!


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