Montag, 5. November 2012

Rezension: Der Cinderella Deal von Jennifer Crusie


Taschenbuch: 300 Seiten
Verlag: Mira Taschenbuch im Cora Verlag
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The Cinderella Deal
ISBN-10: 3862783480
ISBN-13: 978-3862783489
Preis: 7,99€

Kurzbeschreibung:

Den Job als Professor bekommt Linc Blaise nur, wenn er familiär gebunden ist. Aber woher soll er auf die Schnelle eine Frau nehmen? Ob seine quirlige Nachbarin Daisy den Cinderella-Deal eingeht? Für 1000 Dollar? Daisy sagt Ja. Doch Lincs kühler Plan hat einen Haken: Von der ersten Sekunde an knistert es heiß zwischen ihm und Daisy. Dabei passt sie überhaupt nicht in sein übliches Beuteschema: Überschäumende Fantasie statt cooler Logik, flippige Kleidung statt Designerlabel und süße Kurven statt megadünn! Trotzdem ist da etwas, über das Linc unbedingt mehr herausfinden will. Liebe? Aber nein. Er als rationaler Mann glaubt doch nicht an so etwas Versponnenes wie Romantik! Späterer Sex dagegen ist nicht ausgeschlossen.


Jennifer Crusie unterrichtet kreatives Schreiben an der Ohio State University und lebt in Columbus, Ohio. In den USA schon lange eine »New-York-Times«-Bestsellerautorin, hat sie auch in Deutschland seit »Die Gerüchteköchin« mit ihren Romanen Leser und Kritiker gleichermaßen begeistert. *mehr Infos*



Es war einmal eine junge Frau, die sehr chaotisch war und gerne Geschichten erzählte. Sie konnte zu jeder Situation eine passende Geschichte erfinden. Auch war sie Künstlerin, doch niemand schätzte ihre Werke, obwohl diese einzigartig waren. Dann traf sie auf einen Prinzen... der kein Prinz war.

Jeder kennt die Geschichte von Cinderella (Aschenputtel). Ein Mädchen mit einer bösen Stiefmutter und zwei gemeinen Stiefschwestern. Ein Mädchen das nichts besitzt. Ein Mädchen das durch eine gute Fee auf einen Ball gelangt und mit dem Prinzen tanzt. Ein Mädchen, das sich nach Mitternacht wieder in ein armes Aschenputtel verwandelt. Sehr viel gemeinsam hat Daisy mit dem armen Aschenputtel eigentlich nicht. Zwar hat sie kein Geld und auch zwei unsympathische Stiefschwestern, aber dennoch ist sie nicht wie die typische Märchenfigur Cinderella. Ihren Charakter mochte ich auf Anhieb. Sie ist sehr liebenswürdig und auch ein wenig naiv, würde ich sagen. Ihre erfundenen Geschichten sind sehr amüsant und haben mir oft ein Schmunzeln entlockt.

Während ich Daisy von Anfang an mochte, hatte ich mit Linc anfangs meine Probleme. Er kam ziemlich kühl und kalt rüber, aber dies hat sich, Gott sei Dank, bald geändert. Obwohl er vollkommen organisiert ist und sein Leben von oben bis unten perfekt geplant ist, fehlt ihm etwas. Was es ist, wird ihm erst später klar :)

Dann hat er die Chance seinen Traumjob zu ergattern... nur gibt es da einen Haken. Der Mann, der über Lincs Zukunft entscheiden wird, ist ein Familienmensch. Was also tun? Linc hat die perfekte Lösung. Schnell mal eine Verlobte erfinden, mit der man seine Zukunft geplant hat und Kinder möchte. So weit so gut, denkt er. Als es heikel wird, muss eine echte Verlobte her, die er seinem Chef präsentieren kann. Nur leider ist das leichter gesagt, als getan.

"Sie holen mich also aus der Gosse, ich bekomme ein neues Kleid und gebe vor, etwas zu sein, das ich nicht bin. Und um Mitternacht laufe ich davon und verwandle mich zurück in einen Kürbis."
(S. 39)

Als letzten Ausweg fragt Linc dann Daisy, die mit ihm im gleichen Miethaus wohnt. Beide können sich nicht ausstehen. Er hält sie für eine durchgeknallte Frau, die seltsame Klamotten trägt. Sie findet er ist zu organisiert, kann Katzen nicht leiden und hat null Fantasie.  Und dennoch stimmt sie dem Deal zu, denn sie ist pleite und kann jeden Penny gebrauchen. Also machen sich beide auf den Weg in die Kleinstadt und spielen jedem das verliebte, perfekte Päarchen vor.

Und am Ende könnte alles wirklich perfekt sein. Daisy hat Geld und Linc seinen Traumjob. Und doch werden sie Monate später "gezwungen" erneut das verlobte Paar zu spielen. Die kleine Lüge wird immer verzwickter und so gehen sie einen neuen Deal ein. Heirat ist die Lösung und ein paar Monate später soll Mitternacht und Cinderella verschwunden sein.

Doch es kommt anders als geplant :) Jennifer Crusie hat wunderbare und einzigartige Charaktere geschaffen, die alles andere als perfekt sind. Jeder der Charaktere hat seine Stärken und Schwächen, was mir besonders gut gefallen hat. Normalerweise sind die Hauptcharaktere in Büchern ja beinahe "perfekt", aber nicht diese hier. 

" ´Ich dachte, es ist Mitternacht.´
´Es ist halb vier, und selbst wenn Mitternacht wäre, wäre das kein Grund, durchs Haus zu laufen.´
´Ich dachte du wärst weg´, sagte er .
Da begriff sie, dass er an Cinderellas mitternächtliche Verwandlung gedacht haben musste."
(S.210/211)

Die Handlung an sich ist amüsant und unterhaltend, nur fand ich, geschahen manche Dinge viel zu schnell. Die Beziehung der beiden entwickelte sich, meiner Meinung nach, viel zu schnell, aber naja, dennoch mochte ich dieses Buch.

Der Schreibstil der Autorin ist locker und flüssig. Man kommt schnell voran und langweilig wird es eigentlich auch nie. Wunderbare Nebencharaktere, jeder von ihnen einzigartig, bringen Schwung und Witz in die Geschichte.


"Der Cinderella Deal" konnte mich begeistern! Mein Lieblingsmärchen ist sowieso Aschenputtel, also hatte ich viel von diesem Buch erwartet und wurde nicht enttäuscht. Die Charaktere bringen einen ständig zum Schmunzeln und rühren einen ab und zu auch zu Tränen. Eine wunderbare Geschichte für zwischendurch :)

Deshalb vergebe ich: 4,5 von 5 Schneeflocken



Vielen Dank an den Mira Taschenbuch Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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