Dienstag, 3. Dezember 2013

Rezension: Frauen und Bücher von Stefan Bollmann

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: DVA Verlag
Sprache: Deutsch
ISBN - 10: 3421045615
ISBN - 13: 978-3421045614
Preis: 22,99€

Kurzbeschreibung:
Wussten Sie, dass Marilyn Monroe eine passionierte Leserin war und eines ihrer Lieblingsbücher der »Ulysses« von James Joyce? Dass der Studienabbrecher Friedrich Gottlieb Klopstock 1750 die Dichterlesung erfand, als er einer Schar junger Frauen seine Oden vortrug und dafür Küsse kassierte? Dass Jane Austen nur Frauen für voll nahm, die Romane lieben? Oder dass vor 150 Jahren Eugenie Marlitt, eine entlassene Vorleserin, zur ersten Bestsellerautorin der Welt aufstieg?
Diese und eine Fülle anderer Begebenheiten lässt Stefan Bollmann in einem unterhaltsam geschriebenen Panorama lebendig werden, das von Klopstocks Zeit bis in die Gegenwart führt und von aktuellen Phänomenen wie Fanfiction und "Shades of Grey" berichtet. Zugleich erzählt er eine überraschend andere Geschichte des Lesens, seiner Macht und Magie. Lesen kann Leben und Lieben verändern. Ein Buch für Frauen, die leidenschaftlich gern lesen – und aus dem Männer erfahren, was ihre Frauen meinen, wenn sie sagen: »Jetzt nicht! Ich lese!«


Stefan Bollmann, geboren 1958, promovierte nach einem Studium der Literatur, Geschichte und Philosophie über Thomas Mann. 1998 vertauschte er den Beruf des Hochschullehrers mit dem des Lektors in Publikumsverlagen. Stefan Bollmann hat zahlreiche Bücher veröffentlicht. Mit seinen Bestsellern „Frauen, die lesen, sind gefährlich“ (2005) sowie „Frauen, die lesen, sind gefährlich und klug“ (2010), beide erschienen im Elisabeth Sandmann Verlag, ist er dem Wandel der Lesekultur nachgegangen und hat den Boom des Themas mit angestoßen. Seine Bücher wurden in 16 Sprachen übersetzt und verkauften sich annähernd eine halbe Million Mal.


In Frauen und Bücher erlebt man als Leser eine Zeitreise der besonderen Art. In vier Teilen erzählt der Autor Stefan Bollmann informativ über die Entwicklung des Leseverhaltens der Frauen und ihre Gründe und entführt uns in verschiedene Epochen. Man bekommt beispielsweise einen guten Einblick in die Dichterlesungen des 18. Jahrhunderts und durch den erzählerischen Schreibstil befindet man sich als Leser beinahe selbst in den Lesegemeinschaften dieser Zeit.

In jedem Jahrhundert pickt sich der Autor verschiedene Persönlichkeiten und erzählt von ihren Leidenschaften. So erfährt man z.B. das Goethes Werk Die leiden des jungen Werthers Leseexzesse und Tränen ausgelöst hat, das Jane Austen bereits in ihrer Zeit mit ihren Romanen viele Menschen begeistert hat, selbst aber nie die große Liebe gefunden hat. Oder das Marilyn Monroe eine begeisterte Leserin war, obwohl niemand es von ihr erwartet hätte.

Mich hat dieses Buch wirklich überrascht. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, nur Informationen aufzusaugen, sondern es war, als würde ich eine Geschichte lesen. Eine Geschichte die mich durch verschiedene Zeiten geführt hat und in der ich unterschiedliche Persönlichkeiten kennen lernen durfte.

Zwar ist dieses Buch sehr informativ und enthält sehr viele Namen und Daten - manchmal auch etwas zu viel, meiner Meinung nach - aber durch den lockeren Schreibstil des Autors hat man nicht das Gefühl, als würde man in der Schule sitzen und ein Geschichtsbuch durchblättern.

Mir haben besonders die verschiedenen Zitate gefallen, die in diesem Buch immer mal wieder auftauchen und von damaligen Briefen stammen. Dadurch spürt man, wie viel Mühe sich der Autor mit diesem Werk gemacht hat und wie viel er recherchiert haben muss. Für mich war es sehr interessant, mehr über das Leseverhalten der Frauen zu den verschiedenen Zeiten zu erfahren und wie sich dieses weiterentwickelt hat. Durch die Schilderungen der verschiedenen Romane der jeweiligen Zeiten bekam ich oft selbst Lust, das geschilderte Buch zu lesen.

Jedoch fand ich manche Passagen und Themen auch etwas in die Länge gezogen. Meiner Meinung nach sollte man dieses Buch langsam und Stückchenweise lesen, denn ansonsten ziehen einige Informationen einfach an einem vorbei. Auch hat mich etwas gestört, dass ständig zwischen dem Erzählten gewechselt wurde. Mal wurde von einer Person erzählt, doch plötzlich ging es dann wieder um eine ganz Andere. Das war dann doch sehr verwirrend.

Die Aufmachung des Buches finde ich wirklich beeindruckend. Das Cover gefällt mir mit seiner Schlichtheit unglaublich gut und auch ohne Cover hat das Buch einen goldschimmernden Einband. Schwarzweiß-Bilder und Zitate machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem.


Stefan Bollmanns Frauen und Bücher ist ein wunderbares Werk über das Leseverhalten der Menschen, insbesondere Frauen, und deren Gründe. Durch den erzählerischen Schreibstil bekommt man als Leser einen informativen Blick in die Entwicklung des Lesens und welche Macht und Magie ein Buch letztendlich hat. Meiner Meinung nach sollte jeder dieses Buch gelesen haben!

Ich vergebe: 3 von 5 Schneeflocken


Vielen Dank an Lovelybooks für die Leserunde, an den Autor und natürlich an den DVA Verlag für die Bereitstellung dieses wunderbaren Leseexemplares.


Quelle: AmazonDVA Verlag


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