Donnerstag, 14. Mai 2015

Rezension: Generation Erdogan von Cigdem Akyol


Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
Verlag: Kremayr & Scheriau
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3218009693
ISBN-13: 978-3218009690
Preis: 22,00€
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Kurzbeschreibung:

Die Bilder gingen um die Welt, der Gezi-Park wurde zum weltweiten Symbol des Aufstandes: Im Frühjahr 2013 protestierten aufgeklärte Türken und Türkinnen und forderten mehr Demokratie und den Rücktritt Erdogans. Doch es kam anders: Im August 2014 wählten 52 Prozent Erdogan zum Staatspräsidenten. Warum? Das Land ist gespalten: Die einen sehen in Erdogan den „Vater der Heimat“, hoffen auf wirtschaftlichen Aufschwung und Stabilität, die anderen fürchten eine Entwicklung hin zum islamistisch-konservativen Staat. Erdogan verfolgt seinen Kurs unerbittlich: Medien und Verwaltung werden ideologisch auf Linie gebracht, Kritiker inhaftiert, die Justiz, die politische Opposition und das einst mächtige Militär gedemütigt und ins bedeutungslose Aus abgeschoben. Cigdem Akyol, Türkei-Korrespondentin für zahlreiche namhafte deutschsprachige Medien, schildert die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, die Erdogan den Aufstieg nach ganz oben ermöglichten. Sie beschreibt seinen Werdegang, zeigt auf, wie sich die Türkei unter Erdogan verändert hat und analysiert die Auswirkungen seines autoritären Politikstils.


CIGDEM AKYOL, geboren 1978, studierte Osteuropakunde und Völkerrecht an der Universität in Köln. Anschließend Ausbildung an der Berliner Journalisten-Schule. 2006 begann sie als Redakteurin bei der taz in Berlin, zunächst im Inlandsressort, später Wechsel zu den Gesellschaftsseiten. Nach Aufenthalten im Nahen Osten, in Zentralafrika, China und Südostasien ging sie 2014 als Korrespondentin nach Istanbul. Sie schreibt u.a. für den Standard, die Presse, die NZZ, die WOZ, die Zeit online und die FAZ.


Ich muss gestehen, dass mich Politik und Geschichte nie besonders interessiert hat, besonders nicht zu Schulzeiten. Doch die Türkei hat einen besonderen Platz in meinen Herzen, schließlich liegen dort meine Wurzeln. Aus diesem Grund hat mich dieses Buch sehr interessiert. Obwohl meine Eltern von dort kommen, habe ich so gut wie keine Ahnung, was die Türkei durch gemacht hat, um so zu werden, wie sie heute ist. 

Das Buch ist in verschiedene Kapitel unterteilt, was einen guten Überblick verschafft. Zu Beginn schildert Cigdem Akyol die Geschichte der Türkei, wie sie zu einem Staat wurde und wer dafür verantwortlich war. Diesen Part fand ich besonders interessant. Man merkt gleich zu Beginn, wie viel Arbeit sich die Autorin mit diesem Buch gemacht hat. Jahreszahlen, Namen, Orte, alles wird detailliert beschrieben.

Und erstaunlicherweise hatte ich dabei nie das Gefühl, ein Geschichtsbuch zu lesen, dass mich in der Schule immer schnell gelangweilt hat. Nein, die Autorin hat es geschafft, das Beschriebene interessant zu halten und dabei sehr informativ zu bleiben. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen. Zudem bleibt die Autorin objektiv, wodurch man sich selbst eine Meinung über die Geschehnisse bilden kann.

Beschäftigen sich die ersten Kapitel mit der Vergangenheit, so wird mit jedem Kapitel die Gegenwart aufgeholt. Ich war erstaunt, wie viel ich davon nicht wusste. Natürlich bekommt man ab und an etwas in den Nachrichten mit, aber in diesem Buch wird ins Detail gegangen. Die Autorin geht auch auf die Kindheit von Recep Tayyip Erdoğan und seinen Werdegang ein, sodass man einen guten Überblick über seine Person bekommt.

Was mir besonders an diesem Buch gefallen hat, war, dass man so viel erfahren hat. Im Besonderen haben mir hier das Kapitel über die Frauenrechte, sowie die Gezi-Proteste gefallen. Auch die Zeittafel am Ende des Buches fand ich sehr überschaubar.


Wer etwas über die Türkei erfahren möchte, über ihre Entwicklung und Politik, dem kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Informativ, interessant und überschaubar und mit einem angenehmen Schreibstil. Jeder der sich für Politik und Geschichte interessiert, wird mit diesem Buch auf seine Kosten kommen.

Ich vergebe: 4 von 5 Schneeflocken


Vielen Dank an Lovelybooks für die Leserunde und an den Kremayr & Scheriau Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares!

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