Sonntag, 27. März 2016

Rezension: Die Luft da oben von Pauline Keller


Taschenbuch: 244 Seiten
Verlag: Books on Demand
Sprache: Deutsch
Preis: 8,99€


War es früher anders? Gab es eine Zeit, in der Lena dazugehörte? Eine Zeit, in der sie normal war, nicht auffiel? Eine Zeit, in der sie "hineinpasste"?
Lenas Geschichte packt: mit Eltern, die drücken, drängen und mit "den anderen" vergleichen. Packt mit Verena, der besten Freundin -. die keine Freundin ist, mit dem Schwager Manfred, einem Mister Oberwichtig, Pascha und spackig bis dorthinaus. Mit Christian, Lenas Freund, der für sie da ist, was auch passiert. Doch vor allem packt Lenas Größe, 1 Meter und 82 Zentimeter, die sich zwischen sie und andere Menschen zwängen. 1 Meter und 82 Zentimeter, die sie immer wieder aufs Neue verletzen.


Lena (25), die eine erstaunliche Größe von 1,82 m hat, hat gerade ihr Studium beendet und möchte nun eine Auszeit nehmen, um heraus zu finden, was sie denn nun machen möchte. Während ihr Freund ihr unterstützend zur Seite steht, kann ihre Familie diese Entscheidung überhaupt nicht verstehen und auch nicht akzeptieren. Sie wird sogar als Faulenzerin beschimpft und ständig von ihren Eltern mit anderen verglichen. Und dann steht auch noch das Klassentreffen an, dass sie an ihre elende Schullaufbahn erinnert und die Selbstzweifel wieder hoch kommen lässt.

"Morgen, Lena, na, wie ist die Luft da oben?", wurde ich von den Lehrern begrüßt.
Nur nicht anmerken lassen, dass es weh tut. Niemanden Blut lecken lassen! Einfach dazu grinsen!

~ Seite 99 ~


Wir alle kennen das doch sicherlich, diese Selbstzweifel, die sich manchmal in unsere Gedanken schleichen. Wer bin ich eigentlich? Habe ich den richtigen Beruf gewählt? Das richtige Fach studiert? Bin ich zu klein? Bin ich zu groß? Bin ich zu dick? Lena, die Protagonistin von "Die Luft da oben" wurde schon immer wegen ihrer Größe von 1,82 m aufgezogen. "Lena, na, wie ist heute die Luft da oben?", solche Fragen und andere doofe Sprüche musste sie sich immer wieder gefallen lassen. Kein Wunder also, dass es ihr an Selbstbewusstsein mangelt und sie sich von anderen so einiges gefallen lässt.

Mir hat das Buch relativ gut gefallen. Ich mochte die Protagonistin Lena und bin mir sicher, dass sich viele Personen mit ihr identifizieren können. Sie ist ein interessanter Charakter, der meiner Meinung nach aber auch noch mehr ausgebaut hätte werden können. Ihre Entwicklung vom Mädchen, dass sich alles gefallen lässt, zur Frau, die auch mal ihre Meinung sagt und macht, was sie machen möchte, war zwar schön mitzuerleben, aber ging mir persönlich etwas zu schnell. Dennoch habe ich Lena gerne auf ihrem Weg begleitet.

Von den weiteren Charakteren mochte ich eigentlich nur Lenas Freund. Er war richtig süß und hat sie unterstützt, wo er nur konnte. Dahingegen fand ich ihre Familie einfach nur schrecklich. Ständig haben sie sich beschwert und an Lena rumgenörgelt, anstatt ihr zur Seite zu stehen. Der Schreibstil war für mich am Anfang etwas schwierig. Ich weiß nicht genau, woran es letztendlich lag, aber irgendwie habe ich beim Lesen immer wieder gestockt. Alles in allem war dieses Buch jedoch eine nette Abwechslung für zwischendurch!

"Lass nie den Mut im Sturm der Zeiten sinken und gib den Glauben an dich selbst nicht auf.
Ein guter Wille lehrt dir vieles überwinden und was die anderen können, das kannst du auch."

~ Seite 106 ~

Der Roman "Die Luft da oben" hat mir relativ gut gefallen. Eine junge Frau auf dem Weg zur Selbstfindung, witzige Szenen und ernste Themen haben diesem Buch Würze gegeben, auch wenn es  für mich einige Mängel gab. Für Leser, die sich für die Thematik "Selbstfindung" interessieren, ist dieses Buch empfehlenswert.


Vielen lieben Dank an die Autorin Pauline Keller für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares!

Quelle: Amazon, BoD

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